Texte

Die Frage bei der Wahl der Satzart heißt nicht: was gefällt mir?, sondern: welche Form ist für diesen Text richtig?

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




ein spiel ist ohne ordnungen nicht machbar. erst die spielregel macht das spiel. erst der, der sie beherrscht, erreicht seine freiheiten.

es gibt physische und physiologische ordnungen, ordnungen der natur, aber auch soziale und kulturelle ordnungen. eine mauer, die man schief hochzieht, fällt ein. eine schrift, die zu klein ist, kann man nicht lesen. ein spiel ist ohne ordnungen nicht machbar. erst die spielregel macht das spiel. erst der, der sie beherrscht, erreicht seine freiheiten. solche ordnungen sind nicht natur gegeben, sie sind gemacht.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 15.




Je fetter die unterstreichende Linie, desto ›lauter‹ die Auszeichnung.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.




Wer nicht versucht hat, zu weit zu gehen, wird nicht weit kommen.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 185.




Nicht verschiedene Schriftfamilien miteinander kombinieren.

Josef Müller-Brockmann, 1961.

Quelle: Gestaltungsprobleme des Grafikers. Gestalterische und erzieherische Probleme in der Werbegrafik - die Ausbildung des Grafikers. Teufen: Niggli, 1961. S. 13.




Typografie kann unter Umständen Kunst sein.

Kurt Schwitters, 1924.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 18.




Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Herbert Bayer, 1926.

Quelle: Versuch einer neuen Schrift. In: Offset, Buch und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger (“Bauhaus-Heft”; Leipzig), Nr. 7, 1926. S. 400.




die bücher des 18. und 19. jahrhunderts hatten ihren gewohnheitsmäßigen satzspiegel, eine spalte pro seite, irgendwie richtig hingestellt, blocksatz, pagina unten mitte.

der ruf nach Freiheit ist neu. die neue typographie will eine freie typographie sein. früher, in einer textorientierten buchgestaltung, gab es das problem Freiheit nicht. die bücher des 18. und 19. jahrhunderts hatten ihren gewohnheitsmäßigen satzspiegel, eine spalte pro seite, irgendwie richtig hingestellt, blocksatz, pagina unten mitte.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 15.




Marginalien sind aktiver als Fußnoten; man kann und soll sie nicht überlesen. Aber auch Fußnoten können marginal angeordnet werden.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 162.




Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen.

Wir müssen schnell lesen, wie knapp sprechen. Damit kann die fließende Schrift nicht mehr dominieren. Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen. Wie in der Sprache die Mitteilung, die Erklärung, der Aufruf, das Programm, das Kurzwort, das Stichwort. Das Plakat muß erfaßbar sein, wenn wir mit dem Auto vorbeifahren.

Josef Albers, 1926.

Quelle: Zur Ökonomie der Schriftform, in: Offset, Buch und Werbekunst (Leipzig), Nr. 7., 1926. S. 395.




Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar.

Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar; die übergroße Mehrzahl der Leser empfindet seine exzeptionelle Qualität nur dumpf. Ein wirklich schönes Buch darf auch äußerlich ›nichts Besonderes‹, sondern soll ›nur‹ vollkommen sein.

Jan Tschichold, 1946.

Quelle: Graphik und Buchkunst. In: Typographische Monatsblätter (Bern), 13. Jg., Juli 1946, H. 7. S. 263.




wer nach der römischen capitalis, wer nach mittelachse und versalien greift, enthüllt, dass er ein demonstrationsbedürfnis hat, um ein inneres vakuum zu verdecken.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 91.




Blocksatz stellt den Setzer oder sein Programm oft vor die Entscheidung: zu große Wortabstände oder schlechte und häufige Trennung.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.




es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind.

freiheit in der typographie als regellose kunst ist aber das ende der typographie. andererseits, kein gesetz, kein regelwerk ist selbstzweck. es gibt keines, das nicht veränderbar wäre. es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind. napoleon hat sich die spielzüge herausgenommen, die ihn immer siegen ließen. meistens ist es mangel an können, wenn man sich an festgelegten regeln stößt.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 16.




Es ist eine Sache, ob Bilder einem Text zugeordnet oder untergeordnet werden, und eine andere, ob sie allein für sich sprechen sollen, mit nur geringer Unterstützung oder Begleitung durch Texte, seien es erklärende Legenden oder parallellaufende selbständige Texte.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 279.




Kapitälchen dürfen nicht durch Verkleinerung von Versalien, sogenannte falsche Kapitälchen, imitiert werden.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 83.




ich schreibe alles klein, denn ich spare damit zeit.

ich schreibe alles klein, denn ich spare damit zeit. außerdem: warum 2 alfabete, wenn eins dasselbe erreicht? Warum groß schreiben, wenn man nicht groß sprechen kann?

Herbert Bayer, 1926.

Quelle: Vier Geschäftsformulare in DIN-Norm. In: Offset, Buch- und Werbekunst (Leipzig), Nr. 7, 1926. S. 402.




asymmetrie wurde modern, also pflegte man asymmetrie. daraus haben modische typographen den schluß gezogen, man könne schriften nach einer rechten kante ausrichten.

der kulturelle protest gegen den klassizismus kann auch zum blanken unsinn führen. man pflegte die asymmetrie, um das prinzip freiheit gegen die ordnungen des absolutismus ins feld zu führen. asymmetrie wurde modern, also pflegte man asymmetrie. daraus haben modische typographen den schluß gezogen, man könne schriften nach einer rechten kante ausrichten.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 139.




Bilder

Artimo_poster_back

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Abbildung, Flattersatz, Groteskschrift, Legende

Studio-Laucke

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Flattersatz, Mittelachsensatz, Spaltensatz

Studio Session-159

(Vaguely Contemporary)

Sara Hartman & John McCusker
Berlin, Deutschland
New York, Vereinigte Staaten von Amerika
seit 0
www.vaguelycontemporary.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Mittelachsensatz, Titelei

experimental_jetset_crouwel_spread5

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, Groteskschrift, Pagina, Spaltensatz

19_william-700px-01

(Atelier Carvalho Bernau)

Susana Carvalho & Kai Bernau
Den Haag, Niederlande
seit 2005
www.carvalho-bernau.com

tags Groteskschrift, Mittelachsensatz, Titelei, Versalien

experimental_jetset_prouve_a2-1

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, geometrische Formen, Groteskschrift, Versalien

Studio-Laucke

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Flattersatz, Mittelachsensatz, Pagina, Spaltensatz, Überschrift

bub11

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Abbildung, Antiquaschrift, Flattersatz, Überschrift

lehni-trueb_Cneai_26

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Abbildung, Blocksatz, Fußnoten, Legende, Überschrift

09-baenziger-hug-tau-barao-hutter

(Bänziger Hug)

Samuel Bänziger & Olivier Hug
Berneck, Schweiz
seit 2008
www.bänziger-hug.com

tags Flattersatz, Groteskschrift, Überschrift

SMCSFolder2

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Abbildung, Groteskschrift

onlab_1598357728

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags geometrische Formen, Groteskschrift, Versalien

05-baenziger-hug-science-and-fiction-plakat

(Bänziger Hug)

Samuel Bänziger & Olivier Hug
Berneck, Schweiz
seit 2008
www.bänziger-hug.com

tags Antiquaschrift, Flattersatz, Versalien

07-2

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Frakturschrift, Groteskschrift, Mittelachsensatz, Versalien

lehni-trueb_Bekanntmachungen_05

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Abbildung, Groteskschrift, Linie, Pagina, Verzeichnis

01-baenziger-hug-arkadia

(Bänziger Hug)

Samuel Bänziger & Olivier Hug
Berneck, Schweiz
seit 2008
www.bänziger-hug.com

tags gedrehte Zeilen, Groteskschrift, Titelei, Versalien

106

(Atlas)

Martin Andereggen, Claudio Gasser & Jonas Wandeler
Zürich, Schweiz
seit 2011
www.atlasstudio.ch

tags Groteskschrift, Versalien

14_jesper-700px-13

(Atelier Carvalho Bernau)

Susana Carvalho & Kai Bernau
Den Haag, Niederlande
seit 2005
www.carvalho-bernau.com

tags Antiquaschrift, Einzug, Marginalien, Pagina

lehni-trueb_Baustelle Foederalismus_02

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Groteskschrift, Sperrung, Titelei, Versalien

46_slsscheiblermittezucker2

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Flattersatz, Groteskschrift

23_jssgk001072

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Flattersatz, Groteskschrift