Texte

Der Weg zur Schrift der Zukunft geht […] gewiß nicht über die Grotesk.

Der Weg zur Schrift der Zukunft geht [...] gewiß nicht über die Grotesk. [...] Die Grotesk Schriften – auch die besten – sind der klare Beweis dafür, wie notwendig Schraffierungen in der Werkschrift sind. Der unbefangene Laie empfindet es noch viel stärker als der Fachmann, welche Qual es ist, einen Grotesktext zu lesen, in dem sich die einzelnen Buchstaben nicht zu geschlossenen Wortbildern vereinen und das Auge ständig von einer Zeile in die andere gerät, weil jede Betonung der Waagerechten fehlt.

Konrad Friedrich Bauer, 1927.

Quelle: Zukunft der Schrift. In: Klimschs Druckerei-Anzeiger (Frankfurt a. M.), 54. Jg., 1927, H. 56. S. 1329-1330.




Die symmetrische Anordnung mußte weichen: diese ist eine Ordnung der Ruhe. Das Lesen aber ist eine Bewegung von links nach rechts.

Willi Baumeister, 1926.

Quelle: Neue Typographie. In: Die Form. Zeitschrift für gestaltende Arbeit, Nr. 10. Berlin, 1926. S. 215.




Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen.

Wir müssen schnell lesen, wie knapp sprechen. Damit kann die fließende Schrift nicht mehr dominieren. Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen. Wie in der Sprache die Mitteilung, die Erklärung, der Aufruf, das Programm, das Kurzwort, das Stichwort. Das Plakat muß erfaßbar sein, wenn wir mit dem Auto vorbeifahren.

Josef Albers, 1926.

Quelle: Zur Ökonomie der Schriftform, in: Offset, Buch und Werbekunst (Leipzig), Nr. 7., 1926. S. 395.




Gute Typografie ist übersichtlich, geordnet und schön; schlechte ist unübersichtlich, unordentlich und sieht häßlich aus.

Jan Tschichold, 1949.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 51.




einen text, der gar rechtsbündig gesetzt wäre, mit flatterndem zeilenanfang, fassen wir erst gar nicht an.

es ist eine ganz lapidare, aber wesentliche einsicht. wir legen bücher und drucksachen mit fließtext aus der hand, die nicht eine klare kante am zeilenanfang haben. also linksbündig sind. einen text, der gar rechtsbündig gesetzt wäre, mit flatterndem zeitenanfang, fassen wir erst gar nicht an.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 139.




Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar.

Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar; die übergroße Mehrzahl der Leser empfindet seine exzeptionelle Qualität nur dumpf. Ein wirklich schönes Buch darf auch äußerlich ›nichts Besonderes‹, sondern soll ›nur‹ vollkommen sein.

Jan Tschichold, 1946.

Quelle: Graphik und Buchkunst. In: Typographische Monatsblätter (Bern), 13. Jg., Juli 1946, H. 7. S. 263.




Die Typografie ist unlösbar mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verbunden.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 203.




Schriftmischungen sind eine Frage des Typografischen Fingerspitzengefühls. Feste Regeln gibt es nicht.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010.




Immerhin ist die Linie, die feine wie die kräftigere, ein dankbares und bequemes Element zur Gliederung […].

Immerhin ist die Linie, die feine wie die kräftigere, ein dankbares und bequemes Element zur Gliederung, in ihrer Wirkung der waagrecht laufenden Schriftzeile ebenso verwandt wie entgegengesetzt. Sie verschafft sich Geltung, ohne sich vorzudrängen, schließt hier mit Entschiedenheit ab und leitet dort, einem Zeilenfall angepaßt, aufs verbindlichste über. Auch als Senkrechte, mehr oder weniger kräftig, erfüllt sie eine wichtige Funktion.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 289.




Liegt es nicht klar zutage, daß mit Schrift umzugehen keineswegs eifach ist?

Jan Tschichold, 1960.

Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 7.




Initialien haben zweierlei Funktionen: Eine schmückende – das betriff die großen, oft ornamentierten oder bildhaften Initialen am Textbeginn – und eine gliedernde.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 189.




Bilder führen kein Eigenleben, sie nehmen Bezug zur Nachbarchaft, vor allem zu den Bild-Nachbarn auf der Seite.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 279.




Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben.

Das Weimarer Bauhaus (1923 als Dessauer Bauhaus gegründet und 1933 geschlossen) hat sich mit moderner Formgebung beschäftigt. Die Grotesk galt als die Universal-Druckschrift. Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben. Die Liebe zur Grotesk und eine gewisse Großzügigkeit des Satzbildes blieben lebendig bis heute.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 293.




Oft kann man beobachten, daß ein Buch oder eine andere Drucksache zwar gut aussieht, aber nicht funktioniert. Dann nützt das gute Aussehen nichts.

Die durchdachte typographische Gliederung und Auszeichnung dient in erster Linie der Funktion. Oft kann man beobachten, daß ein Buch oder eine andere Drucksache zwar gut aussieht, aber nicht funktioniert. Dann nützt das gute Aussehen nichts.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 121.




In der Architektur ist es wie in der Typografie: zeitlos heißt oft nichts anders als langweilig.

Erik Spiekermann, 1982.

Quelle: Ursache & Wirkung. Ein typografischer Roman. Erlangen: Context Verlag, 1982. S. 44.




Schriftmischungen, die nur der Fachmann erkennt, sind sinnlos.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 138.




Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Herbert Bayer, 1926.

Quelle: Versuch einer neuen Schrift. In: Offset, Buch und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger (“Bauhaus-Heft”; Leipzig), Nr. 7, 1926. S. 400.




Sparsam mit Schriftmischungen!

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 281.




Bilder

pwr2

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Groteskschrift, Linie

umbau_05

(FLAG)

Bastien Aubry & Dimitri Broquard
Zürich, Schweiz
seit 2002
www.flag.cc

tags Abbildung, Flattersatz, Groteskschrift, Spaltensatz, Überschrift

96_binnen1

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Groteskschrift, Pagina, Schriftmischung, Titelei, Überschrift, Versalien

lehni-trueb_Album_06

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Abbildung, Einzug, Flattersatz, Groteskschrift, Pagina, Überschrift

k6_2

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Einzug, Flattersatz, Groteskschrift, Linie, Sperrung

bs_02

(Fons Hickmann m23)

Gesine Grotrian-Steinweg & Fons Hickmann
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.fonshickmann.com

tags Abbildung, Groteskschrift, Mittelachsensatz, Versalien

twaosvol1_02_2x2

(Deutsche & Japaner)

Moritz Firchow, David Wolpert, Ina Yamaguchi & Julian Zimmermann
Mannheim, Deutschland
seit 2008
www.deutscheundjapaner.com

tags Groteskschrift

dy_01

(Fons Hickmann m23)

Gesine Grotrian-Steinweg & Fons Hickmann
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.fonshickmann.com

tags Flattersatz, Groteskschrift

01_972-1

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Flattersatz, Groteskschrift, Titelei

pwr3

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Groteskschrift, Linie

bs_16

(Fons Hickmann m23)

Gesine Grotrian-Steinweg & Fons Hickmann
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.fonshickmann.com

tags Abbildung, Handschrift, Pagina

bs_20

(Fons Hickmann m23)

Gesine Grotrian-Steinweg & Fons Hickmann
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.fonshickmann.com

tags Abbildung, gedrehte Zeilen, Legende, Überschrift, Versalien

7-3-im-Projektbild_1-2719_02

(Fliegende Teilchen)

Annette Stahmer & André Heers
Berlin, Deutschland
seit 1999
www.fliegendeteilchen.de

tags Antiquaschrift, Blocksatz, Pagina, Spaltensatz, Überschrift

03_ars_972-1

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Groteskschrift, Legende, Pagina, Unterstreichung

experimental_jetset_hetwijdelanda0

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, Groteskschrift

onlab_2952953009

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, Einzug, Linie, Pagina, Versalien

onlab_9394553194

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, Einzug, Pagina

13_proprio-700px-01

(Atelier Carvalho Bernau)

Susana Carvalho & Kai Bernau
Den Haag, Niederlande
seit 2005
www.carvalho-bernau.com

tags Groteskschrift, Titelei, Versalien

onlab_0444599905

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, gedrehte Zeilen, Groteskschrift, Initialen, Versalien

03_DSC_1080_2_972

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Antiquaschrift, Titelei