Texte

Zu feine Linien verbinden sich nicht mit dem Schriftbild; sie wirken wie ein Schnitt.

Unterstreichung in einer Linienstärke, die dem Schriftbild angepaßt ist. Zu feine Linien verbinden sich nicht mit dem Schriftbild; sie wirken wie ein Schnitt.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.




Schriftmischungen sind beschränkt, das heißt, es können nicht wahllos irgendwelche Schriften nebeneinander verwendet werden.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 146.




zeichen einer humanen gesellschaft und einer humanen kommunikation sind sie nicht.

versalbuchstaben einer total verkünstellen schrift, die nur der geometrie ergeben ist, verbinden sich mit royaler mittelachse und höfischer symmetrie. eine solche gesinnung könnte man bei meßbüchern einer klerikalen hierarchie hinnehmen oder beim lebenslauf einer hochwohlgeborenen, von der vorsehung ausgewählten autoritat. zeichen einer humanen gesellschaft und einer humanen kommunikation sind sie nicht.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 91.




Man beachte den Hinweis, daß aus ökonomischen Gründen alles klein geschrieben werde.

Herbert Bayer, Briefblatt, 1925. Kreise, Pfeile, fette Punkte und andere Elementarformen sollten funktional sein und die Lesbarkeit fördern. Man beachte den Hinweis, daß aus ökonomischen Gründen alles klein geschrieben werde.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 6.




[…] es gibt auch gestaltete Unruhe.

Zur Illustrierung von Tschicholds früherer Position ein Zitat aus seinem Buch «Eine Stunde Druckgestaltung» von 1930: «Die Typografie mußte sowohl einfachere, klarer erfaßbare Aufbauformen (als den Mittelachsentitel) finden, als auch zugleich diese selbst optisch reizvoller und abwechslungsreicher gestalten. [...] Die Befreiung von den historischen Handschellen bringt völlige Freiheit in der Wahl der Mittel. [...] Auch ist es verkehrt, etwa (Ruhe) der Erscheinung allein als Zielder Gestaltung aufzustellen – es gibt auch gestaltete Unruhe. [...] Die außerordentliche Anpassungsfähigkeit der neuen Typografie an jeden denkbaren Zweck macht sie zu einer wesentlichen Erscheinung unserer Zeit. Sie ist keine Modeangelegenheit, sondern berufen, die Grundlage aller typografischen Weiterarbeit zu sein.»

Jan Tschichold, 1930.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 126.




Schriftmischungen, die nur der Fachmann erkennt, sind sinnlos.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 138.




Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist […].

Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist, aber den Vorteil hat, bei der Verbindung mit einer linksbündigen Spalte die gegenseitige Hinwendung zu betonen, was meine Kollegen und ich besonders gerne für Tabelle ausnutzen.

Erik Spiekermann, 1982.

Quelle: Ursache & Wirkung. Ein typografischer Roman. Erlangen: Context Verlag, 1982. S. 89.




Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird.

Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird. Man wird mit Schriftmischungen und Kontrastwirkungen arbeiten und viel bewußter als heute zwischen Werkschriften und Auszeichnungsschriften unterscheiden. Man wird sich um eine kleine Auswahl gut lesbarer und möglichst neutraler Werkschriften bemühen, die überall dort zu verwenden sind, wo glatter Satz hemmungslos gelesen werden soll. Als Gegensatz zu diesen Typen wird man in Überschriften, Schlagzeilen und ganz kurzen Texten überraschende und reizvolle Auszeichnungsschriften brauchen. Diese Schriften sollen nicht mit dem kunstgewerblichen Anspruch auftreten, für jeden Zweck verwendbar zu sein. Sie sollen als typografisches Gewürz dienen und mit Vorsicht und Absicht gebraucht werden.

Josef Käufer, 1931.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 33.




Je fetter die unterstreichende Linie, desto ›lauter‹ die Auszeichnung.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.




Unter allen vorhandenen Schriftarten ist die sogenannte ›Grotesk‹ […] die einzige, die unserer Zeit geistig gemäß ist.

Alle Schriftformen, deren Wesen durch zum Skelett hinzutretende Ornamente (Schraffuren bei der Antiqua, Rauten und Rüssel bei der Fraktur) entstellt ist, entsprechen nicht unserem Streben nach Klarheit und Reinheit. Unter allen vorhandenen Schriftarten ist die sogenannte ›Grotesk‹ oder Blockschrift (die richtige Bezeichnung wäre Skelettschrift) die einzige, die unserer Zeit geistig gemäß ist.

Jan Tschichold, 1928.

Quelle: Die Neue Typographie: Ein Handbuch für zeitgemäss Schaffende. Berlin: Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, 1928. 2. Aufl. Berlin: Brinkmann & Bose, 1987. S. 75.




eine geometrische schrift ist ein rückfall in den ästhetischen formalismus.

eine gute schrift kennt kein kreisrundes o oder ein a auf der basis eines gleichschenkligen dreiecks. eine geometrische schrift ist ein rückfall in den ästhetischen formalismus. eine lesbare und damit funktionelle schrift versucht, den schreib- und lesegewohnheiten des menschen gerecht zu werden.

Otl Aicher, 1991.

Quelle: Die Welt als Entwurf. Berlin: Ernst & Sohn, 1991. S. 91.




[die europäische schrift] besteht aus zwei alphabeten, dem der römischen kapitalis und dem der karolingischen minuskel. dabei ist diese minuskel eine weiterentwicklung und verbesserung der kapitalis und hat deren schwächen und nachteile überwunden.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 54–55.




Immerhin ist die Linie, die feine wie die kräftigere, ein dankbares und bequemes Element zur Gliederung […].

Immerhin ist die Linie, die feine wie die kräftigere, ein dankbares und bequemes Element zur Gliederung, in ihrer Wirkung der waagrecht laufenden Schriftzeile ebenso verwandt wie entgegengesetzt. Sie verschafft sich Geltung, ohne sich vorzudrängen, schließt hier mit Entschiedenheit ab und leitet dort, einem Zeilenfall angepaßt, aufs verbindlichste über. Auch als Senkrechte, mehr oder weniger kräftig, erfüllt sie eine wichtige Funktion.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 289.




Unsere Drucktype ist keine Ausdrucksbewegung, wie es die Handschrift ist.

Eine Schrift, die diesem Zeitgefühl entspricht, müßte also exakt, präzis und unpersönlich sein. Sie müßte sich sinnvoll und ohne Umschweife als das darstellen, was sie ist. Ist sie Drucktype, so darf sie keine Schreibschrift nachahmen wollen. Unsere Druckschrift ist der maschinelle Abdruck maschinell hergestellter Metallettern, die mehr Lesezeichen sind als Schrift. Unsere Drucktype ist keine Ausdrucksbewegung, wie es die Handschrift ist; alle von links nach rechts drängende Dynamik, alles Breiter- und Schmalerwerden, das erst durch die geschnittene Rohr-oder Kielfeder in die Schrift hineingenommen ist, hat bei der Drucktype keinen Sinn. Wir müssen endlich einmal die Konsequenzen aus der Erfindung des Letterngusses ziehen. Diesen Forderungen unseres heutigen Formgefühles entspricht am ehensten das Bild der Groteskschriften, also der jüngsten Schrift der organischen, vom Künstler nicht gestörten Schriftentwicklung. Diese Groteskschriften sind die ›Natur‹, zu der wir zurückkehren müssen; sie bedeuten uns dasselbe, was dem modernen Architekten die Ingenieurbauten sind. Gelingt es uns, diesen Stoff zu bewältigen, dieser ›Natur‹ als Künstler Herr zu werden, so werden wir die Schrift unserer Zeit gefunden haben.

Paul Renner, 1927.

Quelle: Die Schrift unserer Zeit. In: Die Form. Zeitschrift für gestaltende Arbeit (Berlin), 2. Jg., 1927, Nr. 2. S. 110.




Denken wir uns, um das Schriftenmischen an einem Beispiel zu illustrieren, einen Mann angetan mit einem altdeutschen Wams, römischen Sandalen, einen modernen Zylinder auf dem Kopf und in der Hand einen Regenschirm, und wir haben dasselbe lächerliche Bild, wie bei einer Drucksache, die aus einer alten Schwabacher, einer römischen Antiqua und vielleicht einer Sezessions-Grotesk gesetzt ist.

Carl Ernst Poeschel, 1904.

Quelle: Zeitgemäße Buchdruckkunst. Leipzig: Poeschel & Trepte, 1904. S. 34.




Fort mit allen Großbuchstaben! Kleine Schrift ist deutlicher, leichter lesbar schon nach kurzer Zeit der Gewöhnung.

Fort mit allen Großbuchstaben! Kleine Schrift ist deutlicher, leichter lesbar schon nach kurzer Zeit der Gewöhnung. Welche Möglichkeiten für die Konstruktion von Schreib- und Setzmaschine! Farben sollten nur nach Ostwaldscher Nomenklatur bezeichnet werden. Eine Zahl, zwei Buchstaben genügen (auch telegraphisch), einen Farbton sehr genau zu bestimmen.

Max Burchartz, 1926.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 23.




Bilder

ceco_1047960189

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Antiquaschrift, Blocksatz, Marginalien

les-nuits-capitales_02

(FLAG)

Bastien Aubry & Dimitri Broquard
Zürich, Schweiz
seit 2002
www.flag.cc

tags Groteskschrift, Mittelachsensatz

20_maskers-700px-01

(Atelier Carvalho Bernau)

Susana Carvalho & Kai Bernau
Den Haag, Niederlande
seit 2005
www.carvalho-bernau.com

tags Antiquaschrift, Titelei

Bulletin6

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, Groteskschrift, Titelei, Versalien

onlab_5859859998

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Groteskschrift, Schreibmaschinenschrift, Schriftmischung, Titelei

05-katalog_01

(Raffinerie)

Reto Ehrbar, Nenad Kovačić & Christian Haas
Zürich, Schweiz
seit 2000
www.raffinerie.com

tags Groteskschrift, Titelei

Gilgamesj_folder1_front

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, Groteskschrift

pf08_7

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Abbildung, Antiquaschrift, Flattersatz

ceco_6597429533

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Antiquaschrift, Groteskschrift, Schriftmischung, Versalien

lehni-trueb_Album_08

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Abbildung, Groteskschrift, Legende

WL-publ_01-script01b.jpg

(Lesley Moore)

Karin van den Brandt & Alex Clay
Amsterdam, Niederlande
seit 2004
www.lesley-moore.nl

tags Mittelachsensatz, Schreibmaschinenschrift, Schriftmischung, Titelei

ahb93

(Raffinerie)

Reto Ehrbar, Nenad Kovačić & Christian Haas
Zürich, Schweiz
seit 2000
www.raffinerie.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Flattersatz, Legende, Linie, Pagina, Verzeichnis

onlab_6877703347

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, Groteskschrift, Überschrift, Versalien

Studio-Laucke

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Antiquaschrift, Groteskschrift, Schriftmischung, Titelei

experimental_jetset_ajaxa2-3

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Abbildung, Flattersatz, Groteskschrift

onlab_9733066593

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Abbildung, Blocksatz, Linie, Überschrift, Versalien

image03-2

(optik)

Jens Müller
Düsseldorf, Deutschland
seit 2009
www.optik-studios.de

tags Abbildung, geometrische Formen, Groteskschrift, Titelei

experimental_jetset_hwl_folder2

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Blocksatz, Groteskschrift

experimental_jetset_crouwel_spread3

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Abbildung, geometrische Formen, Groteskschrift, Legende

287

(Atlas)

Martin Andereggen, Claudio Gasser & Jonas Wandeler
Zürich, Schweiz
seit 2011
www.atlasstudio.ch

tags Groteskschrift, Mittelachsensatz, Versalien

onlab_5097848567

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, Fußnoten, Groteskschrift, Mittelachsensatz, Pagina, Spaltensatz

DSC_0111_web_972

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Blocksatz, Pagina

07-baenziger-hug-klotzholz-newspaper

(Bänziger Hug)

Samuel Bänziger & Olivier Hug
Berneck, Schweiz
seit 2008
www.bänziger-hug.com

tags Abbildung, Groteskschrift, Pagina

onlab_2952953009

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Blocksatz, Einzug, Linie, Pagina, Versalien

illusion_highres_02_big

(BANK™)

Sebastian Bissinger & Laure Boer
Berlin, Deutschland
seit 2004
www.bankassociates.de

tags Groteskschrift, Linie, Titelei