Texte

Daß eine funkelnagelneue Akzidenzschrift gestern eingelegt wurde, ist kein Grund, sie heute schon mit allen möglichen Grundschriften zu mischen.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.




Nicht verschiedene Schriftfamilien miteinander kombinieren.

Josef Müller-Brockmann, 1961.

Quelle: Gestaltungsprobleme des Grafikers. Gestalterische und erzieherische Probleme in der Werbegrafik - die Ausbildung des Grafikers. Teufen: Niggli, 1961. S. 13.




Schriftmischungen sind beschränkt, das heißt, es können nicht wahllos irgendwelche Schriften nebeneinander verwendet werden.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 146.




Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement.

Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement. Sie werden als Kopflinien, manchmal in Verbindung mit den lebenden Kolumnentiteln, als gliedernde Trennungslinien, am Fuß der Seite und in vielen anderen Situationen eingesetzt; in voller Satzspiegelbreite oder verkürzt.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 146.




Die Typografie ist unlösbar mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verbunden.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 203.




wer nach der römischen capitalis, wer nach mittelachse und versalien greift, enthüllt, dass er ein demonstrationsbedürfnis hat, um ein inneres vakuum zu verdecken.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 91.




Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild.

Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild, das vor allem für die klassische, symmetrische Buchtypografie der letzten 500 Jahre steht.

Indra Kupferschmidt, 2002.

Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.




Man setzt den Satz zweispaltig oder dreispaltig, ohne zu bedenken, wie ermüdend das Lesen mehrspaltien Satzes ist.

Paul Renner, 1947.

Quelle: Das moderne Buch. Lindau: Jan Thorbecke, 1947. S. 32.




Versalien sollten nur selten angewandt werden.

Versalien sollten nur selten angewandt werden. Versalien sind in größeren Mengen schwer lesbar; schon zwei Zeilen aus dem gleichen Grad untereinander wirken oft undeutlich.

Jan Tschichold, 1960.

Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 66.




Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen.

Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen. Man benutzt ihn meist nur, wenn seine besondere grafische Wirkung wichtig ist, z.B. für Beischriften und Untertitel in Kombination mit Abbildungen.

Indra Kupferschmidt, 2002.

Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.




Der Satz auf Mittelachse ist für längere Lesetexte kaum geeignet.

Der Satz auf Mittelachse ist für längere Lesetexte kaum geeignet. Doch bei den Ausgangsseiten wurden die trichterförmig such verjüngenden ›Spitzkolumnen‹ so häufig benutzt, daß man sie nicht übergehen kann. Heute ist ein solche Spitzkolumne nur noch als typographisches Zitat denkbar.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Gute Typografie kann man nicht ausrechnen.

Das ästhetische Feingefühl ist für einen Typografen ebenso wichtig wie die Kenntnis der Zusammenhänge. Gute Typografie kann man nicht ausrechnen. Dennoch ist die Entscheidung, ob zum Beispiel Block- oder Flattersatz gewählt wird, erst in zweiter Linie eine ästhetische, in erster Linie aber eine funktionale Entscheidung. Das gilt erst recht für differenziertere Textarten.

Hans Peter Willberg & Friedrich Forssman, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Initialien haben zweierlei Funktionen: Eine schmückende – das betriff die großen, oft ornamentierten oder bildhaften Initialen am Textbeginn – und eine gliedernde.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 189.




Über Typographie lassen sich unzählige Gesetze schreiben. Das Wichtigste ist: Mach es niemals so, wie es jemand vor Dir gemacht hat. Oder man kann auch sagen: mach es stets anders, als es die anderen machen.

Kurt Schwitters, 1924.

Quelle: Wo der Buchstabe das Wort führt. Ansichten über Schrift und Typographie. Ostfildern: Hatje & Cantz, 1994. S. 99.




Wenn die Typografie vom Inhalt ablenkt, wird sie zur störenden Dekoration.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Es gibt gewisse Situationen, in denen alle diese normalen Regeln nicht mehr gelten.

Es gibt gewisse Situationen, in denen alle diese normalen Regeln nicht mehr gelten. Tausende zu gleichen Zeit zum gleichen Ziel wollen, wird der Raum knapp. Manche Seiten sind dann auch wie ein Stau im Berufsverkehr: zu viele Mitteilungen, zu viele Hinweise, zu viel Lärm.

Erik Spiekermann, 2004.

Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 139.




Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben.

Das Weimarer Bauhaus (1923 als Dessauer Bauhaus gegründet und 1933 geschlossen) hat sich mit moderner Formgebung beschäftigt. Die Grotesk galt als die Universal-Druckschrift. Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben. Die Liebe zur Grotesk und eine gewisse Großzügigkeit des Satzbildes blieben lebendig bis heute.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 293.




Kommt auf die richtige Kombination von Schrift, Linienstärke und dem Abstand zwischen beiden an.

Kommt auf die richtige Kombination von Schrift, Linienstärke und dem Abstand zwischen beiden an. Der Einsatz von Farbe erfordert eine Schrift mit stabilem Körper.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.