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Unter allen vorhandenen Schriftarten ist die sogenannte ›Grotesk‹ […] die einzige, die unserer Zeit geistig gemäß ist.

Alle Schriftformen, deren Wesen durch zum Skelett hinzutretende Ornamente (Schraffuren bei der Antiqua, Rauten und Rüssel bei der Fraktur) entstellt ist, entsprechen nicht unserem Streben nach Klarheit und Reinheit. Unter allen vorhandenen Schriftarten ist die sogenannte ›Grotesk‹ oder Blockschrift (die richtige Bezeichnung wäre Skelettschrift) die einzige, die unserer Zeit geistig gemäß ist.

Jan Tschichold, 1928.

Quelle: Die Neue Typographie: Ein Handbuch für zeitgemäss Schaffende. Berlin: Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, 1928. 2. Aufl. Berlin: Brinkmann & Bose, 1987. S. 75.




Flattersatz hat wegen der gleichmäßigen Wortabstände immer ein ruhiges Satzbild, aber er ist sensibel, er stellt höhere Anforderungen an den Zeilenumbruch als Blocksatz.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.




Sind alle Zeilen und Satzgruppen ›auf Mitte‹ ausgeschlossen, so spricht man von Mittelachsen oder symmetrischer Typographie.

Sind alle Zeilen und Satzgruppen ›auf Mitte‹ ausgeschlossen, so spricht man von Mittelachsen oder symmetrischer Typographie. Entscheidend für die Gesamtform ist der Zeilenfall innerhalb der einzeinen Zeilengruppen und deren Verbindung untereinander.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 285.




Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wiean einer Fahnenstange festhalten.

Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wie an einer Fahnenstange festhalten.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 93.




Der Weg zur Schrift der Zukunft geht […] gewiß nicht über die Grotesk.

Der Weg zur Schrift der Zukunft geht [...] gewiß nicht über die Grotesk. [...] Die Grotesk Schriften – auch die besten – sind der klare Beweis dafür, wie notwendig Schraffierungen in der Werkschrift sind. Der unbefangene Laie empfindet es noch viel stärker als der Fachmann, welche Qual es ist, einen Grotesktext zu lesen, in dem sich die einzelnen Buchstaben nicht zu geschlossenen Wortbildern vereinen und das Auge ständig von einer Zeile in die andere gerät, weil jede Betonung der Waagerechten fehlt.

Konrad Friedrich Bauer, 1927.

Quelle: Zukunft der Schrift. In: Klimschs Druckerei-Anzeiger (Frankfurt a. M.), 54. Jg., 1927, H. 56. S. 1329-1330.




Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist […].

Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist, aber den Vorteil hat, bei der Verbindung mit einer linksbündigen Spalte die gegenseitige Hinwendung zu betonen, was meine Kollegen und ich besonders gerne für Tabelle ausnutzen.

Erik Spiekermann, 1982.

Quelle: Ursache & Wirkung. Ein typografischer Roman. Erlangen: Context Verlag, 1982. S. 89.




Die Strukturierung eines Textes durch Absätze ist Sache des Autors. Sache des Typografen ist es, das verständlich zu gestalten.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 122.




Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild.

Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild, das vor allem für die klassische, symmetrische Buchtypografie der letzten 500 Jahre steht.

Indra Kupferschmidt, 2002.

Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.




Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Karl Gerstner, 1964.

Quelle: Programme entwerfen: statt Lösungen für Aufgaben Programme für Lösungen. 3. Ausgabe. Baden: Lars Müller, 2007. S. 33.




Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Herbert Bayer, 1926.

Quelle: Versuch einer neuen Schrift. In: Offset, Buch und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger (“Bauhaus-Heft”; Leipzig), Nr. 7, 1926. S. 400.




Daß eine funkelnagelneue Akzidenzschrift gestern eingelegt wurde, ist kein Grund, sie heute schon mit allen möglichen Grundschriften zu mischen.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.




Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern.

Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern. Typografie agiert nicht, sie reagiert. Wenn die jungen Leute heute anders lesen wollen, können wir sie nicht typografisch zwingen, zu lesen wie unsere Eltern gelesen haben.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 171.




Er ist am wirtschaftlichsten zu setzen und am mühelosesten zu lesen.

Unsere gewohnte Satzart, der Blocksatz, präziser gesagt: der ausgeschlossene Satz, bei dem alle Zeilen gleich lang, dafür aber die Wortabstände unterschiedlich groß sind, ist durch fünf Jahrhunderte Lesegewohnheit zur Norm geworden. Er ist am wirtschaftlichsten zu setzen und am mühelosesten zu lesen. Dennoch taugt er nicht immer, vor allem nicht bei kürzeren Zeilen.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.




Die Frage bei der Wahl der Satzart heißt nicht: was gefällt mir?, sondern: welche Form ist für diesen Text richtig?

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement.

Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement. Sie werden als Kopflinien, manchmal in Verbindung mit den lebenden Kolumnentiteln, als gliedernde Trennungslinien, am Fuß der Seite und in vielen anderen Situationen eingesetzt; in voller Satzspiegelbreite oder verkürzt.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 146.




Schriftmischungen sind beschränkt, das heißt, es können nicht wahllos irgendwelche Schriften nebeneinander verwendet werden.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 146.




Eine Überschrift benötigt immer etwas Raum um sich.

Eine Überschrift benötigt immer etwas Raum um sich. Man muß sich entscheiden, ob wan ihr den Raum von 2, 3 oder mehr Zeilen zubilligen will. Innerhalbdieses Raumes steht die Überschrift so, daß sie deutlich dem beginnenden Absatz zugehörig ist, aber nicht an ihm klebt.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 192.




Um die Wirkung einer Arbeit zu steigern, bedient sich der Setzer der Linie, Farbfläche und des Ornaments.

Alle für den Wortlaut des Manuskriptes verwendeten Schriftlettern sind primäre Mittel. Um die Wirkung einer Arbeit zu steigern, bedient sich der Setzer der Linie, Farbfläche und des Ornaments. Das sind sekundäre Mittel. Die ersten muß er, die letzten kann er anwenden.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 290.