Texte

Die Frage bei der Wahl der Satzart heißt nicht: was gefällt mir?, sondern: welche Form ist für diesen Text richtig?

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Dieser wird in der klassischen Typografie für Titelsatz in Büchern oder Akzidenzen (Gelegenheitsdrucksachen) wie Einladungen oder Speisekarten verwendet, ist aber nicht für zusammenhängenden Text geeignet.

[...] Ebenfalls symmetrisch, aber flatternd ist Satz auf Mittelachse. Dieser wird in der klassischen Typografie für Titelsatz in Büchern oder Akzidenzen (Gelegenheitsdrucksachen) wie Einladungen oder Speisekarten verwendet, ist aber nicht für zusammenhängenden Text geeignet.

Indra Kupferschmidt, 2002.

Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.




Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Karl Gerstner, 1964.

Quelle: Programme entwerfen: statt Lösungen für Aufgaben Programme für Lösungen. 3. Ausgabe. Baden: Lars Müller, 2007. S. 33.




Nicht verschiedene Schriftfamilien miteinander kombinieren.

Josef Müller-Brockmann, 1961.

Quelle: Gestaltungsprobleme des Grafikers. Gestalterische und erzieherische Probleme in der Werbegrafik - die Ausbildung des Grafikers. Teufen: Niggli, 1961. S. 13.




Die Legende kann sich dem Satzspiegel respektive der Spalten- oder Bildbreite anpassen […].

Die Legende kann sich dem Satzspiegel respektive der Spalten- oder Bildbreite anpassen, sie kann aber auch hier die Zeilenlänge höchstens 60 bis 70 Zeichen betragen sollte.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 268.




Gleiches gleich behandeln!

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 195.




Gute Gestalter lernen die Regeln, bevor sie sie brechen.

Was wir am meisten lesen, lesen wir am besten. Selbst wenn es miserabel gesetzt ist, schlecht gestaltet und mies gedruckt. Was nicht heißen soll, dass es sich nicht lohnt, sauber zu drucken, sorgfältig zu setzen und gekonnt zu gestalten. Es heißt nur, dass gewisse Bilder sich tief ins Gedächtnis des Lesers eingraben. Daran sollten Grafiker, Setzer, Redakteure und Drucker immer denken und jeder, der sich mit Kommunikation befasst. Manchmal ist es am besten, alle Regeln zu befolgen, mitunter jedoch muss man sie brechen, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Gute Gestalter lernen die Regeln, bevor sie sie brechen.

Erik Spiekermann, 2004.

Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 39.




Die Typografie ist unlösbar mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verbunden.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 203.




Sie demontierten die Regeln, indem sie sie ignorierten, sie ignorierten sie, weil sie sie gar nicht kannten – nicht kennen wollten.

Daneben (Berufen der Setzer und Drucker) standen nun die Dichter, Maler und Architekten und laborierten unbelastet von technischen Unzulänglichkeiten und gestalterischen Normen und Regeln an einer neuen typografischen Konzeption. Ihr Blick auf die Welt, ihre Sicht der Dinge war weit genug, um auch noch die Typografie ihrem Arbeitsbereich zuzuschlagen. Sie fragten übrigens die Setzer und Drucker nicht lange, ob sie willkommen seien. Sie demontierten die Regeln, indem sie sie ignorierten, sie ignorierten sie, weil sie sie gar nicht kannten – nicht kennen wollten.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 126-128. .




Glaube an keine Regel, die du nicht geprüft hast, verwirf aber auch keine ungeprüfte. Es gibt zwar unsinnige, aber auch viele gut begründete Satzregeln.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 131.




Gute Typografie kann man nicht ausrechnen.

Das ästhetische Feingefühl ist für einen Typografen ebenso wichtig wie die Kenntnis der Zusammenhänge. Gute Typografie kann man nicht ausrechnen. Dennoch ist die Entscheidung, ob zum Beispiel Block- oder Flattersatz gewählt wird, erst in zweiter Linie eine ästhetische, in erster Linie aber eine funktionale Entscheidung. Das gilt erst recht für differenziertere Textarten.

Hans Peter Willberg & Friedrich Forssman, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Bei Unterstreichungen ist die Stärke der Linie zu bedenken, der Abstand der Linie von der Schriftlinie und die Frage, ob Unterlängen ausgespart werden sollen.

Friedrich Forssman, 2002.

Quelle: Detailtypografie. Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz. 4. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2008. S. 277.




[…] Daher sind Grenzen, wie die Forderung nach ›Einheit‹ der Schrift, zulässige und ›verbotene‹ Schriftmischungen, nicht gezogen.

Eine Befreiung von historischen Handschellen bringt völlige Freiheit in der Wahl der Mittel. Zur Erreichung einer typografischen Gestaltung können z. B. alle historischen und nichthistorischen Schriften, alle Arten der Flächengliederung, alle Zeilenrichtungen angewandt werden. Ziel ist allein die Gestaltung: Zweckmäßigkeit und schöpferische Ordnung der optischen Elemente. Daher sind Grenzen, wie die Forderung nach ›Einheit‹ der Schrift, zulässige und ›verbotene‹ Schriftmischungen, nicht gezogen.

Jan Tschichold, 1930.

Quelle: Eine Stunde Druckgestaltung. Grundbegriffe der Neuen Typografie in Bildbeispielen für Setzer, Werbefachleute, Drucksachenverbraucher und Bibliofilen. Stuttgart: Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co., 1930. S. 7.




Nicht immer aber sollte man dieserhalb gleich zur fremden Schrift greifen.

Ist im Buch jede Schriftmischung Ausdruck einer textlichen Gliederung, so geht es im Akzidenzsatz zumeist darum, das Satzbild optisch zu steigern, es reicher, auffälliger, anmutiger oder derber, modischer oder eigenwilliger zu manchen. Nicht immer aber sollte man dieserhalb gleich zur fremden Schrift greifen.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.




Über Typographie lassen sich unzählige Gesetze schreiben. Das Wichtigste ist: Mach es niemals so, wie es jemand vor Dir gemacht hat. Oder man kann auch sagen: mach es stets anders, als es die anderen machen.

Kurt Schwitters, 1924.

Quelle: Wo der Buchstabe das Wort führt. Ansichten über Schrift und Typographie. Ostfildern: Hatje & Cantz, 1994. S. 99.




regeln allein sind tot.

nun ist ein regelwerk natürlich noch keine garantie für eine kreative lösung. regeln allein sind tot. aber es ist noch nicht das schlechteste, sich brav an regeln zu halten, und seien sie noch so bescheiden, statt mit aller gewalt individualität zu demonstrieren.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 16.




Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist […].

Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist, aber den Vorteil hat, bei der Verbindung mit einer linksbündigen Spalte die gegenseitige Hinwendung zu betonen, was meine Kollegen und ich besonders gerne für Tabelle ausnutzen.

Erik Spiekermann, 1982.

Quelle: Ursache & Wirkung. Ein typografischer Roman. Erlangen: Context Verlag, 1982. S. 89.