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Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement.

Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement. Sie werden als Kopflinien, manchmal in Verbindung mit den lebenden Kolumnentiteln, als gliedernde Trennungslinien, am Fuß der Seite und in vielen anderen Situationen eingesetzt; in voller Satzspiegelbreite oder verkürzt.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 146.




Daß eine funkelnagelneue Akzidenzschrift gestern eingelegt wurde, ist kein Grund, sie heute schon mit allen möglichen Grundschriften zu mischen.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.




Die Strukturierung eines Textes durch Absätze ist Sache des Autors. Sache des Typografen ist es, das verständlich zu gestalten.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 122.




Rechtsbündiger Flattersatz kommt nur für kurze Texte wie Bildlegenden, Marginalien oder Überschriften in Frage, bei denen der Zeilenfall Zeile für Zeile bestimmt werden kann. Das Auge hat […] Mühe, den Zeilenanfang zu finden.

Rechtsbündiger Flattersatz kommt nur für kurze Texte wie Bildlegenden, Marginalien oder Überschriften in Frage, bei denen der Zeilenfall Zeile für Zeile bestimmt werden kann. Bei programmiertem Zeilenumbruch hingegen würde dem Zufall überlassen, welche Wörter zufällig herausspießen und das Auge anziehen. Das Auge hat in jedem Falle Mühe, den Zeilenanfang zu finden.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Die Faustregel für den Satz von Überschriften war immer, so viel Abstand zu lassen, wie ein i an Platz brauchen würde.

Die Faustregel für den Satz von Überschriften war immer, so viel Abstand zu lassen, wie ein i an Platz brauchen würde. Für bequemes Lesen von längeren Zeilen sollte der Wortabstand allerdings erheblich größer sein.

Erik Spiekermann, 2004.

Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 133.




Die einfachste Lösung ist immer noch weit verbreitet: handgeschrieben, mit Kreide auf der Tafel.

Bestimmte Schriften verbinden wir mit bestimmten Waren. Frische verlangt immer nach einer flüchtigen, handgeschriebenen Mitteilung, während Technik den kühlen, konstruierten Ausdruck braucht. Warme, weiche Waren passen gut zu abgerundeten Serifen, Vollwertnahrung am besten zu handgemachten, groben Konturen, und im seriösen Geldgewerbe nimmt man immer wieder gern die Schriften der Kupferstichzeit, denen man Ehrlichkeit und Solidität unterstellt. In vielen Fällen macht das alles Sinn. Im Gemüseladen und beim Fleischer ändern sich die Angebote und die Preise häufig und niemand will und kann ständig neue Schilder drucken. Die einfachste Lösung ist immer noch weit verbreitet: handgeschrieben, mit Kreide auf der Tafel. Leider hat nicht jeder Gemüsehändler eine lesbare oder gar attraktive Handschrift, was dann doch zum Fälschen per Grafikdesign einlädt: eine Schreib- oder Pinselschrift auswählen und das neue Schild schnell auf dem Laserdrucker im Hinterzimmer drucken. Weiß auf schwarz sieht dann aus wie die alte Schiefertafel, nur besser lesbar.

Erik Spiekermann, 2004.

Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 163.




welch kräfte werden gespart, wenn die schreibmaschine die grossen staben fallen lässt?

ist es etwa ökonomisch gleichgültig, ob der schriftsetzer sich nur mit der hälfte der lettern abzugeben hat, ob der guss der lettern durch die grosstaben belastet ist, ob lettermaterial brach liegt, ob raumersparnis bei der aufbewahrung der lettern, kürzerer arbeitsweg bei ihrer verwendung und verminderung an aufbewahrungsgerät eintritt, ob schliesslich bei der korrektur eine ständige quelle fehler und kosten bedingt! welch kräfte werden gespart, wenn die schreibmaschine die grossen staben fallen lässt?

Walter Porstmann, 1920.

Quelle: Sprache und Schrift. Berlin: Verlag des Vereins Deutscher Ingenieure, 1920. S. 70.




Es gibt gewisse Situationen, in denen alle diese normalen Regeln nicht mehr gelten.

Es gibt gewisse Situationen, in denen alle diese normalen Regeln nicht mehr gelten. Tausende zu gleichen Zeit zum gleichen Ziel wollen, wird der Raum knapp. Manche Seiten sind dann auch wie ein Stau im Berufsverkehr: zu viele Mitteilungen, zu viele Hinweise, zu viel Lärm.

Erik Spiekermann, 2004.

Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 139.




Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wiean einer Fahnenstange festhalten.

Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wie an einer Fahnenstange festhalten.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 93.




Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen.

Wir müssen schnell lesen, wie knapp sprechen. Damit kann die fließende Schrift nicht mehr dominieren. Es wird die akzentuierte, betonte, unterstrichene, abgekürzte, bebilderte Schrift herrschen. Wie in der Sprache die Mitteilung, die Erklärung, der Aufruf, das Programm, das Kurzwort, das Stichwort. Das Plakat muß erfaßbar sein, wenn wir mit dem Auto vorbeifahren.

Josef Albers, 1926.

Quelle: Zur Ökonomie der Schriftform, in: Offset, Buch und Werbekunst (Leipzig), Nr. 7., 1926. S. 395.




Sparsam mit Schriftmischungen!

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 281.




Die Abschnitt-Initialien können in der Grundschrift oder in einer konstrastierenden Schrift, im Grundschriftgrad, zum Beispiel halbfett, größer, mit oder ohne Einzug gesetz werden.

Die Abschnitt-Initialien können in der Grundschrift oder in einer konstrastierenden Schrift, im Grundschriftgrad, zum Beispiel halbfett, größer, mit oder ohne Einzug gesetz werden. Sie müssen deutlich sein, dürfen aber nicht dominieren und nicht den Eindruck von Kapitelinitialien erwecken.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 129.




Flattersatz ohne Trennungen kann wegen der vielen zusammengesetzten Wörter im Deutschen und der dadurch entstehenden extrem großen Unterschiede der Zeilenlänge nicht eingesetzt werden.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.




Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen.

Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen. Man benutzt ihn meist nur, wenn seine besondere grafische Wirkung wichtig ist, z.B. für Beischriften und Untertitel in Kombination mit Abbildungen.

Indra Kupferschmidt, 2002.

Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.




Verbindliche Rezepte für Schriftmischungen können nicht gegeben werden. Das ist Sache des typografischen Feingefühl und der Schrifenkenntnis.

Hans Peter Willberg, 2009.

Quelle: Erste Hilfe in Typografie. Ratgeber für Gestaltung mit Schrift. 6. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2009. S. 25.




Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben.

Das Weimarer Bauhaus (1923 als Dessauer Bauhaus gegründet und 1933 geschlossen) hat sich mit moderner Formgebung beschäftigt. Die Grotesk galt als die Universal-Druckschrift. Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben. Die Liebe zur Grotesk und eine gewisse Großzügigkeit des Satzbildes blieben lebendig bis heute.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 293.




ein laut ein zeichen. warum zwei alfabete für ein wort, warum die doppelte menge zeichen, wenn die hälfte dasselbe erreicht?

Eine ausseordentliche Ersparnis würde durch die ausschliessliche Verwendung des kleinen Alphabets unter Ausschaltung aller Grossbuchstaben erreicht, eine Schreibweise, die von allen Neuerern der Schrift als unsere Zukunftsschrift empfohlen wird. Vgl. das Buch »Sprache und Schrift« von Dr. Porstmann, Beuth-Verlag, G. m. b. H., Berlin SW 19, Beuthstrasse 8. Preis Mark 5.25. – durch kleinschreibung verliert unsre schrift nichts, wird aber leichter lesbar, leichter lernbar, wesentlich wirtschaftlicher. warum für einen laut, z. b.a zwei zeichen A und a? ein laut ein zeichen. warum zwei alfabete für ein wort, warum die doppelte menge zeichen, wenn die hälfte dasselbe erreicht?

Jan Tschichold, 1925.

Quelle: Elementare Typographie. In: Typographische Mitteilungen. Zeitschrift des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker. Leipzig; Sonderheft ›elementare typographie‹, 22. Jg., Oktober 1925. Nachdruck: Mainz: Hermann Schmidt, 1986. S. 198.




Unsere Drucktype ist keine Ausdrucksbewegung, wie es die Handschrift ist.

Eine Schrift, die diesem Zeitgefühl entspricht, müßte also exakt, präzis und unpersönlich sein. Sie müßte sich sinnvoll und ohne Umschweife als das darstellen, was sie ist. Ist sie Drucktype, so darf sie keine Schreibschrift nachahmen wollen. Unsere Druckschrift ist der maschinelle Abdruck maschinell hergestellter Metallettern, die mehr Lesezeichen sind als Schrift. Unsere Drucktype ist keine Ausdrucksbewegung, wie es die Handschrift ist; alle von links nach rechts drängende Dynamik, alles Breiter- und Schmalerwerden, das erst durch die geschnittene Rohr-oder Kielfeder in die Schrift hineingenommen ist, hat bei der Drucktype keinen Sinn. Wir müssen endlich einmal die Konsequenzen aus der Erfindung des Letterngusses ziehen. Diesen Forderungen unseres heutigen Formgefühles entspricht am ehensten das Bild der Groteskschriften, also der jüngsten Schrift der organischen, vom Künstler nicht gestörten Schriftentwicklung. Diese Groteskschriften sind die ›Natur‹, zu der wir zurückkehren müssen; sie bedeuten uns dasselbe, was dem modernen Architekten die Ingenieurbauten sind. Gelingt es uns, diesen Stoff zu bewältigen, dieser ›Natur‹ als Künstler Herr zu werden, so werden wir die Schrift unserer Zeit gefunden haben.

Paul Renner, 1927.

Quelle: Die Schrift unserer Zeit. In: Die Form. Zeitschrift für gestaltende Arbeit (Berlin), 2. Jg., 1927, Nr. 2. S. 110.