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die bücher des 18. und 19. jahrhunderts hatten ihren gewohnheitsmäßigen satzspiegel, eine spalte pro seite, irgendwie richtig hingestellt, blocksatz, pagina unten mitte.
der ruf nach Freiheit ist neu. die neue typographie will eine freie typographie sein. früher, in einer textorientierten buchgestaltung, gab es das problem Freiheit nicht. die bücher des 18. und 19. jahrhunderts hatten ihren gewohnheitsmäßigen satzspiegel, eine spalte pro seite, irgendwie richtig hingestellt, blocksatz, pagina unten mitte.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 15.
Freistehende Zwei- oder Drei-Buchstabenwörter am Ende deiner Zeile iritieren. Die Trennung von Namen, Lebensdaten und abgekürzten Vornamen oder ähnlichem sind unerträglich.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.
Marginalien sind aktiver als Fußnoten; man kann und soll sie nicht überlesen. Aber auch Fußnoten können marginal angeordnet werden.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 162.
Typografischer Wert ist jedes Teilchen des Materials, also: Buchstabe, Wort, Textteil, Zahl, Satzzeichen, Linie, Signet, Abbildung, Zwischenraum, Gesamtraum.
Auch die textlich negativen Teile, die nichtbedruckten Stellen des bedruckten Papiers, sind typografisch positive Werte. Typografischer Wert ist jedes Teilchen des Materials, also: Buchstabe, Wort, Textteil, Zahl, Satzzeichen, Linie, Signet, Abbildung, Zwischenraum, Gesamtraum.
Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 18.
Daß eine funkelnagelneue Akzidenzschrift gestern eingelegt wurde, ist kein Grund, sie heute schon mit allen möglichen Grundschriften zu mischen.
Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.
Die feine farbige Unterstreichung signalisiert Raffinement und Präzision.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.
Eine Überschrift benötigt immer etwas Raum um sich.
Eine Überschrift benötigt immer etwas Raum um sich. Man muß sich entscheiden, ob wan ihr den Raum von 2, 3 oder mehr Zeilen zubilligen will. Innerhalbdieses Raumes steht die Überschrift so, daß sie deutlich dem beginnenden Absatz zugehörig ist, aber nicht an ihm klebt.
Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 192.
Die Überschriften-Hierarchie muss immer eindeutig verständlich sein, auch wenn verschiedene Überschriften nicht auf einer Doppelseite zu sehen sind.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 175.
Flattersatz hat wegen der gleichmäßigen Wortabstände immer ein ruhiges Satzbild, aber er ist sensibel, er stellt höhere Anforderungen an den Zeilenumbruch als Blocksatz.
Schriftmischungen sind beschränkt, das heißt, es können nicht wahllos irgendwelche Schriften nebeneinander verwendet werden.
Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 146.
wer nach der römischen capitalis, wer nach mittelachse und versalien greift, enthüllt, dass er ein demonstrationsbedürfnis hat, um ein inneres vakuum zu verdecken.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 91.
Unsymmetrischer Satz ist nicht besser als symmetrischer; er ist nur anders.
Unsymmetrischer Satz ist nicht besser als symmetrischer; er ist nur anders. Es gibt elenden unsymmetrischen und vollendeten Mittelachsensatz, wie es Aufgaben gibt, die für symmetrischen Satz ungeeignet sind, während andere symmetrisch besser als unsymmetrisch gelöst werden können.
Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 68.
Wenn die Legende als kleine selbständige Textgruppen beim Bild stehen, können sie darüber oder darunter, links oder rechts vom Bild, auf Linksachse, Rechtsachse oder auf Mitte stehen.
Wenn die Legende als kleine selbständige Textgruppen beim Bild stehen, können sie darüber oder darunter, links oder rechts vom Bild, auf Linksachse, Rechtsachse oder auf Mitte stehen. Der Abstand zum Bildrand muß optisch ausgegliechen werden, der Schrift entsprechend.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 269.
Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird.
Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird. Man wird mit Schriftmischungen und Kontrastwirkungen arbeiten und viel bewußter als heute zwischen Werkschriften und Auszeichnungsschriften unterscheiden. Man wird sich um eine kleine Auswahl gut lesbarer und möglichst neutraler Werkschriften bemühen, die überall dort zu verwenden sind, wo glatter Satz hemmungslos gelesen werden soll. Als Gegensatz zu diesen Typen wird man in Überschriften, Schlagzeilen und ganz kurzen Texten überraschende und reizvolle Auszeichnungsschriften brauchen. Diese Schriften sollen nicht mit dem kunstgewerblichen Anspruch auftreten, für jeden Zweck verwendbar zu sein. Sie sollen als typografisches Gewürz dienen und mit Vorsicht und Absicht gebraucht werden.
Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 33.
Nicht verschiedene Schriftfamilien miteinander kombinieren.
Quelle: Gestaltungsprobleme des Grafikers. Gestalterische und erzieherische Probleme in der Werbegrafik - die Ausbildung des Grafikers. Teufen: Niggli, 1961. S. 13.
Initialien haben zweierlei Funktionen: Eine schmückende – das betriff die großen, oft ornamentierten oder bildhaften Initialen am Textbeginn – und eine gliedernde.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 189.
Schriftmischungen, die nur der Fachmann erkennt, sind sinnlos.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 138.
Selbst mit schöner Schrift aber wird man häßliche Typographie machen, wenn man von ihrer Anordnung nichts versteht.
Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 8.
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