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Wer nicht versucht hat, zu weit zu gehen, wird nicht weit kommen.
Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 185.
Gute Manieren sind, auch im Gebrauch von Schrift, selten.
Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 7.
[die europäische schrift] besteht aus zwei alphabeten, dem der römischen kapitalis und dem der karolingischen minuskel. dabei ist diese minuskel eine weiterentwicklung und verbesserung der kapitalis und hat deren schwächen und nachteile überwunden.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 54–55.
Die Faustregel für den Satz von Überschriften war immer, so viel Abstand zu lassen, wie ein i an Platz brauchen würde.
Die Faustregel für den Satz von Überschriften war immer, so viel Abstand zu lassen, wie ein i an Platz brauchen würde. Für bequemes Lesen von längeren Zeilen sollte der Wortabstand allerdings erheblich größer sein.
Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 133.
Blocksatz stellt den Setzer oder sein Programm oft vor die Entscheidung: zu große Wortabstände oder schlechte und häufige Trennung.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 90.
die letzte einheit der staben, wie auch die jeder geometrischen figur und aller kunstformen ist der einfache strich, die linie, gerade oder gebogen.
Quelle: Sprache und Schrift. Berlin: Verlag des Vereins Deutscher Ingenieure, 1920. S. 83.
Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild.
Mit Feinarbeit und genügender Zeilenbreite bildet der Blocksatz ein ruhiges, harmonisches (fast einschläferndes) Satzbild, das vor allem für die klassische, symmetrische Buchtypografie der letzten 500 Jahre steht.
Quelle: Buchstabenkommenseltenallein. Ein typografisches Werkstattbuch. 3. Aufl. Weimar: Universitätsverlag, 2002. S. 69.
welch kräfte werden gespart, wenn die schreibmaschine die grossen staben fallen lässt?
ist es etwa ökonomisch gleichgültig, ob der schriftsetzer sich nur mit der hälfte der lettern abzugeben hat, ob der guss der lettern durch die grosstaben belastet ist, ob lettermaterial brach liegt, ob raumersparnis bei der aufbewahrung der lettern, kürzerer arbeitsweg bei ihrer verwendung und verminderung an aufbewahrungsgerät eintritt, ob schliesslich bei der korrektur eine ständige quelle fehler und kosten bedingt! welch kräfte werden gespart, wenn die schreibmaschine die grossen staben fallen lässt?
Quelle: Sprache und Schrift. Berlin: Verlag des Vereins Deutscher Ingenieure, 1920. S. 70.
Wenn die Typografie vom Inhalt ablenkt, wird sie zur störenden Dekoration.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.
Gute Typografie ist übersichtlich, geordnet und schön; schlechte ist unübersichtlich, unordentlich und sieht häßlich aus.
Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 51.
Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern.
Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern. Typografie agiert nicht, sie reagiert. Wenn die jungen Leute heute anders lesen wollen, können wir sie nicht typografisch zwingen, zu lesen wie unsere Eltern gelesen haben.
Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 171.
Flattersatz ohne Trennungen kann wegen der vielen zusammengesetzten Wörter im Deutschen und der dadurch entstehenden extrem großen Unterschiede der Zeilenlänge nicht eingesetzt werden.
Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen.
Der Umkehrfall mit einer scharfen rechten und einer flatternden linken Seite heißt rechtsbündiger Flattersatz und ist aufgrund der unterschiedlichen Zeilenanfänge viel schwerer zu lesen. Man benutzt ihn meist nur, wenn seine besondere grafische Wirkung wichtig ist, z.B. für Beischriften und Untertitel in Kombination mit Abbildungen.
es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind.
freiheit in der typographie als regellose kunst ist aber das ende der typographie. andererseits, kein gesetz, kein regelwerk ist selbstzweck. es gibt keines, das nicht veränderbar wäre. es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind. napoleon hat sich die spielzüge herausgenommen, die ihn immer siegen ließen. meistens ist es mangel an können, wenn man sich an festgelegten regeln stößt.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 16.
wer nach der römischen capitalis, wer nach mittelachse und versalien greift, enthüllt, dass er ein demonstrationsbedürfnis hat, um ein inneres vakuum zu verdecken.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 91.
regeln allein sind tot.
nun ist ein regelwerk natürlich noch keine garantie für eine kreative lösung. regeln allein sind tot. aber es ist noch nicht das schlechteste, sich brav an regeln zu halten, und seien sie noch so bescheiden, statt mit aller gewalt individualität zu demonstrieren.
Die Überschriften-Hierarchie muss immer eindeutig verständlich sein, auch wenn verschiedene Überschriften nicht auf einer Doppelseite zu sehen sind.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 175.
ein spiel ist ohne ordnungen nicht machbar. erst die spielregel macht das spiel. erst der, der sie beherrscht, erreicht seine freiheiten.
es gibt physische und physiologische ordnungen, ordnungen der natur, aber auch soziale und kulturelle ordnungen. eine mauer, die man schief hochzieht, fällt ein. eine schrift, die zu klein ist, kann man nicht lesen. ein spiel ist ohne ordnungen nicht machbar. erst die spielregel macht das spiel. erst der, der sie beherrscht, erreicht seine freiheiten. solche ordnungen sind nicht natur gegeben, sie sind gemacht.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 15.
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