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Daß eine funkelnagelneue Akzidenzschrift gestern eingelegt wurde, ist kein Grund, sie heute schon mit allen möglichen Grundschriften zu mischen.
Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 279.
Es erwies sich als schwierig, positive Beispiele heutiger Typografie zu finden, bei der drei oder mehr Schriften gemischt sind.
Es erwies sich als schwierig, positive Beispiele heutiger Typografie zu finden, bei der drei oder mehr Schriften gemischt sind. Offensichtlich haben die guten Lehren der Lehrer mehrerer Generationen, die uns zu typografischer Bescheidenheit ermahnt haben, gefruchtet.
Quelle: Wegweiser Schrift. 1. Auflage. Mainz: Hermann Schmidt Verlag, 2001. S. 91.
Die Abschnitt-Initialien können in der Grundschrift oder in einer konstrastierenden Schrift, im Grundschriftgrad, zum Beispiel halbfett, größer, mit oder ohne Einzug gesetz werden.
Die Abschnitt-Initialien können in der Grundschrift oder in einer konstrastierenden Schrift, im Grundschriftgrad, zum Beispiel halbfett, größer, mit oder ohne Einzug gesetz werden. Sie müssen deutlich sein, dürfen aber nicht dominieren und nicht den Eindruck von Kapitelinitialien erwecken.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 129.
Glaube an keine Regel, die du nicht geprüft hast, verwirf aber auch keine ungeprüfte. Es gibt zwar unsinnige, aber auch viele gut begründete Satzregeln.
Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 131.
Sind alle Zeilen und Satzgruppen ›auf Mitte‹ ausgeschlossen, so spricht man von Mittelachsen oder symmetrischer Typographie.
Sind alle Zeilen und Satzgruppen ›auf Mitte‹ ausgeschlossen, so spricht man von Mittelachsen oder symmetrischer Typographie. Entscheidend für die Gesamtform ist der Zeilenfall innerhalb der einzeinen Zeilengruppen und deren Verbindung untereinander.
Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 285.
Gute Manieren sind, auch im Gebrauch von Schrift, selten.
Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 7.
Gute Gestalter lernen die Regeln, bevor sie sie brechen.
Was wir am meisten lesen, lesen wir am besten. Selbst wenn es miserabel gesetzt ist, schlecht gestaltet und mies gedruckt. Was nicht heißen soll, dass es sich nicht lohnt, sauber zu drucken, sorgfältig zu setzen und gekonnt zu gestalten. Es heißt nur, dass gewisse Bilder sich tief ins Gedächtnis des Lesers eingraben. Daran sollten Grafiker, Setzer, Redakteure und Drucker immer denken und jeder, der sich mit Kommunikation befasst. Manchmal ist es am besten, alle Regeln zu befolgen, mitunter jedoch muss man sie brechen, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Gute Gestalter lernen die Regeln, bevor sie sie brechen.
Quelle: Über Schrift. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004. S. 39.
es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind.
freiheit in der typographie als regellose kunst ist aber das ende der typographie. andererseits, kein gesetz, kein regelwerk ist selbstzweck. es gibt keines, das nicht veränderbar wäre. es gibt allerdings nicht wenige, die wie napoleon die schachregeln ändern wollen, nur weil sie schlechte spieler sind. napoleon hat sich die spielzüge herausgenommen, die ihn immer siegen ließen. meistens ist es mangel an können, wenn man sich an festgelegten regeln stößt.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 16.
Gleiches gleich behandeln!
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 195.
Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern.
Doch Vorsicht, wir Typografen dürfen uns nicht übernehmen, wir können die Welt und die Menschen nicht verändern. Typografie agiert nicht, sie reagiert. Wenn die jungen Leute heute anders lesen wollen, können wir sie nicht typografisch zwingen, zu lesen wie unsere Eltern gelesen haben.
Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 171.
Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben.
Das Weimarer Bauhaus (1923 als Dessauer Bauhaus gegründet und 1933 geschlossen) hat sich mit moderner Formgebung beschäftigt. Die Grotesk galt als die Universal-Druckschrift. Die Typographie bestand aus grob gesetzten Satzblöcken, die flächig das Papier bedeckten und ein manchmal verwirrendes Durcheinander von Farbflächen, Symbolen und fetten Linien in asymmetrischer Anordnung ergaben. Die Liebe zur Grotesk und eine gewisse Großzügigkeit des Satzbildes blieben lebendig bis heute.
Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 293.
Über Typographie lassen sich unzählige Gesetze schreiben. Das Wichtigste ist: Mach es niemals so, wie es jemand vor Dir gemacht hat. Oder man kann auch sagen: mach es stets anders, als es die anderen machen.
Quelle: Wo der Buchstabe das Wort führt. Ansichten über Schrift und Typographie. Ostfildern: Hatje & Cantz, 1994. S. 99.
Marginalien, meist am äußeren Rand neben dem Satzspiegel stehend, sind ein typografisch reizvolles Mittel, ergänzende Texte zuzuordnen.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 162.
Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wiean einer Fahnenstange festhalten.
Bei Flattersatz stehen Spaltenlinien vor der Linksachse der Kolumnen, die sich an ihnen wie an einer Fahnenstange festhalten.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 93.
Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement.
Linien sind ein klassisches typografisches Gestaltungselement. Sie werden als Kopflinien, manchmal in Verbindung mit den lebenden Kolumnentiteln, als gliedernde Trennungslinien, am Fuß der Seite und in vielen anderen Situationen eingesetzt; in voller Satzspiegelbreite oder verkürzt.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 146.
Zu feine Linien verbinden sich nicht mit dem Schriftbild; sie wirken wie ein Schnitt.
Unterstreichung in einer Linienstärke, die dem Schriftbild angepaßt ist. Zu feine Linien verbinden sich nicht mit dem Schriftbild; sie wirken wie ein Schnitt.
Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 135.
asymmetrie wurde modern, also pflegte man asymmetrie. daraus haben modische typographen den schluß gezogen, man könne schriften nach einer rechten kante ausrichten.
der kulturelle protest gegen den klassizismus kann auch zum blanken unsinn führen. man pflegte die asymmetrie, um das prinzip freiheit gegen die ordnungen des absolutismus ins feld zu führen. asymmetrie wurde modern, also pflegte man asymmetrie. daraus haben modische typographen den schluß gezogen, man könne schriften nach einer rechten kante ausrichten.
Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 139.
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